Aufruf zur Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse


No MonoPress!
  
Die Zeitungsverlage haben sich verspekuliert. Sie glaubten mit ihren Internetportalen satte Gewinne einfahren zu können. Dann kamen die Blogger, und die Nutzer des WorldWideWeb begannen ihre eigenen Inhalte zu produzieren und machten diese frei verfügbar. Das passt nicht in das Konzept der Verlage. 
 
Nun prophezeien die Verleger den Untergang des Abendlandes. Sie wenden sich als Lobby an die Politik, damit ausschließlich ihre Inhalte vor der Nutzung durch Dritte geschützt werden. Sie haben immer noch nicht begriffen, dass eine derart weltverändernde Entwicklung wie das Internet nicht mehr nach den alten Regeln funktioniert und sie sich an diese Realität anpassen müssen.
 
Die Zeitungsverlage wollen nun eine Art GEMA ins Leben rufen um ihre Märkte im Netz zu verteidigen. Zunächst soll jeder Gewerbetreibende mit internetfähigen Geräten eine Abgabe zahlen. Einfach so. Pauschal. 
 
Um ihr Ziel zu erreichen, prangert die Lobby der Zeitungsverleger gerne die Kultur des Teilens von Wissen im Netz an, und nennt das Ganze dann "Umsonstkultur". Die Kultur des Teilens wollen die Zeitungsverleger beenden und durch eine "Zwangsabgabekultur für ungefragte Inhalte" ersetzen. Da sich das mit dem Zwang nicht sonderlich gut anhört, gibt es auch schon eine passende Wortneuschöpfung: Das Leistungsschutzrecht.
 
Durch die Einführung eines Leistungsschutzrechts würde die Politik die bestehende Medienmacht nicht nur zementieren, sie würde die Voraussetzung für ein Medienmonopol schaffen. Statt die Chancen des Übergangs in das digitale Zeitalter zu nutzen, in dem jeder Mensch das Wissen der Gesellschaft mehren und verteilen kann, würde einer medialen  Monokultur aus der Industrieära der Vorzug gegeben. Wir alle werden damit für das unternehmerische Versagen der Zeitungsverlage sowie den fehlenden Willen der Politik für einen Gesellschaft des freien Wissen bezahlen. Denn anstatt sich an die Realität anzupassen, wie es langfristig notwendig ist, wollen die Zeitungsverlage lieber die Realität an ihr Weltbild anpassen.
 
Die Piratenpartei Frankfurt ruft zum Auftakt der Buchmesse zu einer Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf. Wir werden ein Zeichen für den freien Fluss von Infomationen und für freies Wissen setzen. 
 
Die Picket-Line Demonstration beginnt um 9 Uhr vor dem Haupteingang der Messe Frankfurt.
 
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Veranstaltende Organisation: Piratenpartei Frankfurt
Verantwortliche Person: insideX
Ort: Ludwig-Erhard-Anlage 1 / Vorplatz Messe / Haupteingang Messe
Datum/Zeit: 12.10.2011 von 9-14Uhr
Sonstiges: Demonstration mit Schildern, Transparenten,
Koordinationsstand und Beschallung. Ausschließlich auf dem Messevorplatz.

 

 

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Kommentare

Freie Artikel

Also das ist ja alles gut und schön. Aber mal eine Frage: Soll es den Autoren jetzt genauso gehen wir den Fotographen? Ihre Arbeit ist nur noch ein Hobby wert? Die meisten Autoren können doch sowieso schon in Deutschland nicht mehr davon leben.
Also wenn keiner mehr das Auskommen von Autoren bezahlen will und meint sie seien ihre Arbeit sein nichts wert weil es manche auch als Hobby machen, die sollten wirklich keine Bücher mehr bekommen, Zeitungen in denen nur die Kommentare Ihrer eigenen Nachbarn stehen, die sie ein Tag zuvor schon von den selben gehört haben. Da muss ich mir ja als Autor überlegen ob ich mir erlauben kein ein Pirat zu sein. Wenn frei, dann alles. Dann sollt ihr Eure Arbeit auch kostenlos machen. Damit ich weil ich ein Autor bin trotzdem Morgen noch etwas essen kann und einen Dach über den Kopf habe.

Freie Artkikel

Man kann den Verlagen doch nicht verbieten, für ihre Arbeit Geld zu verlangen. Es wird ja keiner gezwungen,
das zu zu kaufen. Es gibt ja alternativ genügend freie Informationen im Netz, die jetzt bereits legal sind. Also was soll diese Forderung ? Wir können ja auch nicht die Bäcker dazu zwingen ihre Brötchen zu verschenken ...

Freie Artikel

Ja aber das Problem beim LSR ist doch gerade, dass im übertragenen Sinne der Kiosk morgens die Brötchen dem Bäcker abkauft und dann an uns verschenkt. Und wenn wir Sie dann essen wollen, fordert der Kioskbesitzer für den Genuß eine Gebühr. Da diese aber schwer einzutreiben ist, werden zumindest mal die Handwerker pauschal zu einer Abgabe genötigt, denn der Kioskbesitzer unterstellt, dass die die Brötchen immer essen...

Re: Freie Artikel

Hallo,
ich glaube, wenn ich dass alles richtig verstanden habe was ich auf der IGEL Seite (http://leistungsschutzrecht.info/argumente) gelesen habe, dann haben alle Autoren bereits ihr Auskommen über Urheberschutz- und Zitatrecht. Es kann nichts 'geklaut' werden, ohne gegen eines dieser Gesetzte zu verstoßen. Damit sind doch die Rechte am geistigen Eigentum der Autoren ausreichend geschützt, oder? Falls nicht, sollte das Urheberschutz- und Zitatrecht auf den Prüfstand...

Cheers
Marc

Freie Artikel?

Niemand hat die Zeitungsverleger gebeten ihre Artikel ins Internet zu stellen. Sie haben es trotzdem gemacht und stellen jetzt fest, dass ihr altes Geschäftsmodell nicht in die neue Zeit passt. Die technische Entwicklung kennt nur eine Richtung, sie geht immer vorwärts. Jetzt ein altes Geschäftsmodell, was für alte "Technik" entwickelt wurde, zementieren zu wollen, bedeutet für immer in der Vergangenheit leben zu wollen. Man könnte auch übertrieben behaupten, dass die Dinosaurier per Gesetz ihr Aussterben verbieten wollen.

freie Artikel

Andere Idee!
Auch die freien Blogger sollten Ihren Lohn bekommen.
Handwerker die nach Feierabend arbeiten müssen sich ja auch an Regeln halten damit es keine Schwarzarbeit ist.

Es braucht noch mehr Information zum Thema

Ich bin auch gegen eine Leistungsschutz-Abgabe für die großen Verlage. Es sei denn, alle Blogger bekommen auch was ab. Ich bin selbst Blogger und in regelmäßigem Kontakt mit anderen Bloggern. Ratet mal, was das Haupt-Thema auf allen Treffen ist: Wie finanzieren wir unsere Blogs? Über die eigene Befindlichkeit zu bloggen, kostet wirklich so wenig, dass man sich über die Finanzierung keine Gedanken machen sollte. Wenn ein Blogger aber gründlich recherchieren will und Informationen liefern anstatt nur Meinung zu verbreiten, kostet das richtig Zeit und ist nebenher nicht mehr zu machen. Die geplante Leistungsschutz-Abgabe führt dazu, dass unabhängige Blogger die Mainstream-Medien mitfinanzieren. Mir geht es schon auf den Keks, selbst web-TV zu machen und mit meinen GEZ-Gebühren die Öffis zu finnazieren. Andererseits reicht es IMHO nicht, einfach nur gegen eine solche Abgabe zu sein. Ich für meinen Teil möchte in einer Gesellschaft leben, in der es professionelle, unabhängige JornalistInnen, professionelle MusikerIinnen und FilmemacherInnen gibt und diese auch bezahlt werden. Ich für meinen Teil bin auch bereit, für dieses Angebot zu bezahlen. Über die Einzelheiten sollten wir sprechen.

Es braucht noch mehr Information zum Thema

Hallo,
ich glaube wir sind uns erstmal einig das der Weg den die Bundesregierung mit dem aktuellen Geseszesvorhaben eingeschlagen hat der Falsche ist?! Dann kommt die Frage, mit der sich im übrigen sehr viele Menschen innerhalb und ausserhalb der Piratenpartei gedanken machen, "wie kann man mit dem Internet Geld verdienen?". Diese Frage läst sich nicht in zwei Sätzen beantworten und sprengt den Rahmen dieses Kommentares. Ich habe schon einige Tagungen und Konferenzen besucht in der das Problem thematisiert wurde und bin für mich zu dem Schluß gekommen das jede Idee einer sogenannten Kulturflatrate, zumindest die die ich bisher gehört habe, mehr Ungerechtigkeiten produzieren als sie Vorteile bieten. Also, wenn du eine Idee hast die ohne Gesetzte auskommt, ein Geschäftsmodel, dann kann es gut sein das du bald ein sehr reicher Mensch bist ansonsten müssten wir da mal was auf die Beine stellen.
Komm doch mal zu einem unserer Treffen und wir reden darüber.
Viele Grüße
 - insideX
 

Liebe Piraten, ihr

Liebe Piraten,

ihr mobilisiert auch bei Facebook . Dort werden die Teilnehmer der Veranstaltung öffentlich gezeigt. Bitte stellt die Teilnehmerliste auf eine private um.

Ich habe so meine Erfahrung mit der hessischen Polizei gemacht als ich vor einigen Wochen am Frankfurter Flughafen gegen die derzeitige Abschiebepolitik demonstriert habe. Dort wurde versucht verdachtsunabhängig die Personalien aller Teilnehmer aufzunehmen. Ich konnte die Kontrolle zwar umgehen, indem ich wie ein normaler Flugreisender ins Terminal gegangen bin. Andere wurden dafür gründlich gefilzt und ich habe auch beobachten müssen, wie mindestens eine Teilnehmerin von einer Beamtin an den Brüsten begrabtschtganz genau nach Waffen durchsucht wurde. Das ganze war eine klassische Einschüchterung.

Es ist davon auszugehen, dass die hessische Polizei auch Facebook nach Demoteilnehmern durchsucht, um entsprechende Akten zu führen.

Schützt die Privatsphäre der Teilnehmer. :) Wir sehen uns am 12. vor der Messe.

Künstler ihr Geld wert

Vielleicht sollte man hier erst Mal sich klar ausdrücken, das man nicht der Meinung ist das die Arbeit von Künstlern Berichterstattern ect. nichts Wert ist. Sondern das wenn Gebühren verlangt werden Diejenigen auch das Geld zufließt für welche Werke man Gebühren verlangt.
Denn es steht genauso auch jedem Frei einem Kopierschutzverband o.ä. beizutreten. Eine Flatrate ist nur deshalb schwer zu kalkulieren. Weil man nicht die Anzahl der beteiligten Künstler im Voraus bestimmen kann. Die Geldverteilung kann nach Downloadzahl in Verteilungsrechnung gezahlt werden. Was technisch inzwischen leicht zu machen ist ohne viel Geldressourcen zu verschlingen.
Sollte man aber generell sich gegen Kopierschutzrechte ect. Stellen sehen ich mich als Autor gezwungen mal zu einer Gegenmaßnahme aufzurufen.
Zum Beispiel Wiedergabe Rechtsentzug in allen Medien, Läden, Schulen, Restaurants, ect. Bis auch die Piratenpartei einsieht das unsere Arbeit etwas Wert ist. Soviel Verantwortungslosigkeit darf von einer Partei die in jeden Landestag will nicht kommen.
Da muss ich mich ja schämen. Langsam fragen mich schon Menschen wie ich als Autor zu so etwas stehen kann! NUN ICH TUE ES AUCH NICHT!!!
Erst Mal eine generelles Dagegen zu deklarieren und gegen Kopierrechte zu gehen.
Drückt nämlich aus, dass Künstler in Euren Augen keinen Wert haben.