Im kommunalen Bereich sind die Einwohner von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen, haben aber kaum ein Mitspracherecht. Darüber hinaus haben viele Frankfurter konkrete Vorstellungen davon, wie ihre Stadt gestaltet werden soll. Proteste bei Großprojekten haben in der jüngsten Vergangenheit gezeigt, dass ohne eine frühzeitige Einbindung der Bevölkerung an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbei geplant wird. Alle Einwohner müssen an den Entscheidungen beteiligt werden.
Alle, die hier leben, sollen mitentscheiden dürfen, wie die politische Zukunft der Stadt gestaltet wird. Wir PIRATEN setzen uns daher für ein kommunales Wahlrecht für alle ein, unabhängig von der Nationalität.
Ausgaben sollen von denen kontrolliert werden, die von ihren Auswirkungen betroffen sind: von allen, die in Frankfurt zuhause sind. Frankfurt ist eine Reihe von langfristigen Verpflichtungen eingegangen (z.B. ÖPP – „Öffentlich-Private Partnerschaften“), die für die Menschen in Frankfurt nur schwer nachvollziehbar sind. Wir PIRATEN setzen uns dafür ein, dass das Stadtparlament über die Verwendung der Haushaltsmittel im Rahmen eines transparenten Diskussions- und Entscheidungsprozesses mit den Einwohnern und der Verwaltung entscheidet.
Die vielfältige und kreative Nutzung der Schulen und der Schulgelände darf nicht durch juristisch getarnte Schuldenmacherei eingeengt werden. Die Freiheit der Bildung steht über der Freiheit der Kapitalbildung von Roland Koch, Bilfinger Berger und Co.
Öffentlich-Private Partnerschaften und andere schöpferischen Kapitalbildungsmodelle zur getarnten Schuldenanhäufung haben sich immer wieder als unkalkulierbar teuer erwiesen und belasten zukünftige Generationen stärker als traditionelle und bewährte Formen der Kreditaufnahme.
ÖPP-Verträge machen durch eine Vielzahl von Geheimklauseln, deren Kenntnis auch den gewählten Volksvertretern und dem gemeinen Volk, den Lehrern wie den Eltern verboten ist, den sachgemäßen – hier den pädagogisch sinnvollen – Umgang mit dem Vertragsgegenstand – hier: Schulgebäude und Schulgelände – unmöglich.
Dagegen fordern wir PIRATEN die freie Nutzung der Schulen durch die Schüler, Lehrer, Eltern und die Nachbarschaft. Denn erst in einem anregenden Umfeld und in Freiheit können die jungen Menschen ihr Potential entfalten, ihre Lebensentwürfe ausprobieren und gestalten.
Wir PIRATEN sorgen dafür, dass weitreichende Entscheidungen gemeinsam mit den Frankfurterinnen und Frankfurtern getroffen werden. Ein erster Schritt ist eine Bürgerbefragung bei allen wichtigen Entscheidungen. Digitale Kommunikation bietet dazu neue Möglichkeiten, schnell und effektiv Informationen zu verteilen, Diskussionen zu organisieren und Rückmeldungen einzuholen.
Diese Möglichkeiten werden wir in Frankfurt ausbauen, neu gestalten und nutzen. Gleichzeitig muss allen Menschen, die an einer Internet-Plattform nicht teilnehmen wollen oder können, eine alternative Teilhabe ermöglicht werden.
Voraussetzung für eine Beteiligung der Frankfurter an der Stadtpolitik ist eine rechtzeitige und umfassende Information von Seiten des Stadtparlaments und der Stadtverwaltung. Einwohner haben das Recht zu erfahren, auf welcher Grundlage politische Entscheidungen getroffen werden. Eine transparente Verwaltung vermindert Korruption und versteckte Lobbyarbeit.
Frankfurt hat mit PARLIS zwar bereits einen guten Anfang gemacht, aber viele wichtige Dokumente werden geheim gehalten, wie z.B. Informationen zu dem aktuellen ÖPP-Brückenprojekt. Deshalb setzen wir PIRATEN uns dafür ein, dass alle Unterlagen, die Basis für kommunale Entscheidungen sind, zeitnah, barrierefrei und leicht zugänglich veröffentlicht werden. Der Prozess dieser Veröffentlichung muss transparent und nachvollziehbar sein.
Bei kontrovers diskutierten Themen kann ein Bürgerentscheid als Form direkter Demokratie die Wogen glätten. Wir PIRATEN setzen uns deshalb für einen Bürgerentscheid ein, wenn sich 5% der Wahlberechtigten dafür aussprechen. Verständlicherweise kann es innerhalb der Stadt Frankfurt nur Bürgerentscheide geben, die die kommunale Verwaltungskompetenz betreffen.
Eine bürgernahe Politik muss bürokratische Hemmnisse abbauen. Wir PIRATEN setzen uns dafür ein, dass innerhalb der Verwaltung veraltete Prozesse neu konzipiert und modernisiert werden. In vielen Bereichen können so Abläufe beschleunigt, die Kommunikation und Auskunft gegenüber den Menschen nachhaltig verbessert und Kosten gesenkt werden.
Analog zum zentralen Bürgeramt setzen wir uns für die Einrichtung einer zentralen Ansprechstelle für die gastronomische Nutzung von öffentlichem Raum z.B. durch Straßencafés ein. Für die künstlerische oder kulturelle Nutzung von Räumen wird eine zentrale Ansprechstelle eingerichtet, die sich in einem vereinfachten und beschleunigten Verfahren um alle Genehmigungen kümmert.
Kommentare
Plakatthema "Das Zuhause"
Gerade in einem Zeitalter anonymer Vaterschaften, der Kinderwunscherfüllungsindustrie, "Charity" Dirttweltadoptionen und der ganz allgemeinen Beliebigkeit der eigenen Wurzeln ist das aber weniger ein Integrationsproblem.
Bei einer Scheidungsquote (und es gibt auch unverheiratetet Eltern) von > 30% ist das eher ein Problem der Erziehung.
Ein Großteil der Kinder kennt ihr zuhause nicht weil Mutti lügt daß sich die Balken biegen.
Re: "Zuhause"
Wo die eigenen Wurzeln liegen ist eine interessante Frage, die zur persönlichen Identitätsfindung beiträgt. Zuhause ist aber nicht nur da, wo Mama und/oder Papa wohnen, sondern da, wo man sich zuhause fühlt. Menschen, die hier geboren sind, müssen nicht mehr "integriert" werden, sie haben ein Recht auf Teilhabe. Wir alle sind Frankfurter, ohne Unterschied!
"Integration" und die unselige Debatte von Sarrazin impliziert aber auch, dass es eine deutsche "Leitkultur" gäbe, die unveränderlich in deutsche Eichentafeln geschnitzt ist; alle anderen müssen assimiliert werden und beginnen, Heino zu mögen. Tatsächlich wandelt sich eine Stadt wie Frankfurt aber permanent und wird geprägt von ihren Einwohnern. Menschen ziehen hinzu oder weg, nicht nur aus dem Ausland. Wir erwarten von allen Frankfurterinnen und Frankfurtern, dass sie sich mit der Veränderung offen und konstruktiv auseinandersetzen und nicht verweigern. Die Stadt gehört allen, die hier leben, und lebt durch alle – gemeinsam.
High Noon
Das mit Heino nicht mögen zu dürfen ist natürlich ein Argument!
Wahlrecht
Umkehrfall: Wenn ich irgendwo außerhalb der BRD/der EU ein Investment tätige (eine Ferienwohnanlage baue) bin ich bis hin zu einer Enteignung dem Willen der dortige Bevölkerung ausgeliefert.
Wahlrecht
Ich übersetz es jetzt mal auf Bundesebene. Mit einem Einwohnerwahlrecht ergibt sich ein ganz einfaches Problem. Ich kann ein Land oder eine Region nachhaltig wirtschaftlich schädigen und mich dann (wenn es um die Beseitigung von Folgen geht) aus dem Staub machen. Die einzigen die das auf Bundesgebiet nicht können sind die Bundesbürger (kurz: alle die das Land im Zweifelsfalle unter Einsatz ihres Lebens verteidigen müssen).
Ein Einwohnerwahlrecht würde denjenigen welche sich zeitweise hier aufhalten erlauben besipielsweise die Bundeswehr per wahlentscheid zur abrüstung zu zuwingen um das land im Nachinein ohne Gegenwehr einnehmenzu können. Ähnliche Problematiken haben die korsischen Separatisten dabei ausgemacht wenn nicht Korsen auf Korsika per Finanzkraft Land erwerben.
Und dann gibt es da noch die Problematik "Sarrazon/Erborung des Kosovo via Geburtenrate".
-> Wollen wir daß die Bayern die Eintracht aufkaufen und zerschlagen?
Nur mal so als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage!
Re: Wahlrecht
Nein, man kann es genau nicht auf Bundesebene übertragen, wir reden hier vom Kommunalwahlrecht. Es gibt Menschen, die hier seit 50 Jahren leben und aus bestimmten Gründen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchten. Dennoch dürfen sie an lokalen Entscheidungen nicht teilhaben. Das ist ein Mißstand aus genau dem Grund, dass du nicht möchtest, dass dein Ferienhäuschen enteignet wird, weil du dich bei dem Planfeststellungsverfahren zum Bau der Autobahn durch dein Haus nicht äußern durftest. Lokale Entscheidungen betreffen die Menschen meist unmittelbarer als solche auf Bundesebene, darum möchten wir alle Einwohner einbeziehen, nicht nur die Deutschen. Macht bei einer so bunten Stadt wie Frankfurt auch Sinn, oder?
Wahlrecht für Alle?
Das mit den lokalen Entscheidungen stimmt zwar. Aber es muss auf überprüfbar sein wer denn wählen darf. Alle? Wer sind denn "Alle"?Man müsste dann wahrscheinlich Wählerlisten einführen, in der man sich vor der Wahl eintragen muss, damit man am Wahltag wählen kann. Oder eine WahlPFLICHT für alle in Frankfurt gemeldeten Menschen, mit Geldbuße für Nichtwähler. Datenschutz? Auf jeden Fall eine spannende Geschichte.
Re: Wahlrecht für Alle?
„Alle“ sind einfach alle zum Stichtag in Frankfurt am Main mit Erstwohnsitz gemeldeten Menschen über 16.
Wahlrecht für alle
Manchmal habe ich Zweifel, ob man nicht doch eine Prüfung einführen sollte. Ausländer, die Deutsche werden wollen müssen ja auch eine Prüfung ablegen. Wer sie nicht besteht, wird nich deutscher Staatsbürger und darf nicht wählen. Ich bin der Meinung, man sollte den gleichen Maßstab auch an deutsche Staatsbürger enlegen. Ich frage mich nur, ob alle unsere Abgeordneten eine solche Prüfung bestehen würden. friedrich