Wahlprogramm - Miteinander und Teilhabe

Wir PIRATEN erkennen ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Zusammenleben aller in Frankfurt lebenden Menschen an. In unserer Stadt soll sich jeder Mensch gleich welcher Herkunft zuhause fühlen. Für uns ist ein von gegenseitiger Wertschätzung und Toleranz geprägtes Zusammenleben selbstverständlich. Dies werden wir unterstützen und fördern.

Barrierefreiheit

Die Stadt Frankfurt verpflichtet sich zur Einhaltung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Barrierefreiheit ist bei allen städtischen Projekten bereits zu Beginn in den Planungsphasen zu berücksichtigen. Alle Kreuzungen und Haltestellen sind zeitnah barrierefrei mit abgesenkten Bordsteinen und taktilen Flächen für Blinde und sehbehinderte Menschen zu versehen, Fußgängerampeln werden mit Audiosignalen nachgerüstet und regelmäßig gewartet. Die Innenstadt ist nach Mainzer Vorbild mit einem Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte auszustatten.

Das Büro der Behindertenbeauftragten muss personell aufgestockt werden. Ebenso sind Behindertenbeauftragte mindestens im Stadtschulamt, im Amt für Wohnungswesen, der Bauaufsicht, dem Hochbauamt, dem Stadtplanungsamt, dem Ordnungsamt und dem Straßenbauamt einzurichten, ferner in städtischen Holdings wie der VGF, ABG und Nassauischen Heimstätten. Die Behörden sollen verstärkt kooperieren.

Förderung des Sports

Sport ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sport verbindet. Die Liebe zum Sport, aktiv oder passiv, vereint die Menschen aller Nationen, Kulturen und Religionen. Wir PIRATEN werden den Sport, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, verstärkt fördern.

Kommentare

Barrierefreiheit

Ich hoffe ganz fest, daß sie dies auch wirklich ernst meinen. Gerade in einer Stadt die sich Weltstadt nennt, ist es eine Schande, daß immer noch nicht ausreichend auf die Behinderten geachtet wird. Siehe Umbau des Eingangs im Römer. Dort wurde für viel Geld ein neuer Eingang gebaut aber leider immer noch nicht behindertengerecht. Wir (ich bin seit 20 Jahren Rolllstuhlfahrerin)müssen immer noch durch einen Hintereingang in den Römer.Ich habe schon seit Jahren mit der Behindertenbeauftragten Kontakt gehabt, aber ich glaube sie vertritt mehr dieInteressen der Stadt Frankfurt anstatt die Interessen der Behinderten. Hier bekommt man immer gesagt, die Baulichkeiten würden unter Denkmalschutz stehen. Fahren sie einfach mal nach Spanien oder auch Italien dort kann man selbst unter Weltkulturerbe stehenden Gebäuden, mit dem Rollstuhl erleben. Z.B. in Avila war es möglich die alte romanische Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert besichtigen und zu befahren, ich fand dies einfach fantastisch. Man kam sich vor wie ein "normaler Mensch". Wäre das in einem so reichen Land wie Deutschland nicht auch möglich. Ich hoffe das sie Ihr Programm auch wirklich durchhalten und dies nicht nurein Programm ist.

Re: Barrierefreiheit

Deutschland hinkt tatsächlich vielen europäischen Ländern hinterher. Abgesehen davon, dass sich unser scheidender Landesvater nicht gerade durch besondere Initiative für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ausgezeichnet hat, ist mein Eindruck, dass das Büro der Behindertenbeauftragten einfach unterbesetzt ist.
Ich setze mich seit 12 Jahren für barrierefreies Internet in verschiedenen Gremien und auf Konferenzen ein, und es wird langsam Zeit, dies auf das reale Leben zu übertragen. Es ist Ihr Grundrecht, nicht diskriminiert zu werden. Leider wird Barrierefreiheit noch immer als gutmütiges Almosen angesehen, das muss sich grundlegend ändern. Ich hoffe, es gelingt uns, möglichst stark den Römer zu entern und frischen Wind in dieses und andere Themen zu bringen!

Und ich dachte immer ihr habt was gegen Behinderte ,,,

... zumindest wurde im Forum des IT-Zentralorgans gegen einen bestimmten Rollstuhlfahrer gehetzt als käm es von einem verleumderischen Anwalt unter Beweislastumkehr im Sorgerechtsverfahren.

Für Wickelkomoden in Panzern in Afghanistan! Soviel Gleichberechtigung muß sein!

Und gebt bescheid wenn ihr das Spermiium von Gott synthetisiert habt.

Re: Menschen mit Behinderungen

Die Piraten sind noch eine sehr junge Partei, und ich bin mir ziemlich sicher, dass unter den jetzt 12.000 Mitgliedern auch ein paar Idioten sind. Darum möchte ich nicht ausschließen, dass jemand, der sich als Pirat bezeichnet, in einem Forum Mist schreibt. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich hoffe, mit der Zeit wird die Partei in allen Kreisverbänden erwachsener.
Aber ich kenne ziemlich viele Piraten in Frankfurt, und keiner von ihnen ist für Diskriminierung. Das ist ja auch unsinnig: ich kann nicht für freien Zugang zu Informationen im Internet sein und im realen Leben Menschen von der Teilhabe ausschließen. Menschen mit Behinderungen können oft eigenständig und selbstbestimmt agieren, wenn ihnen die Gesellschaft oder die Architektur keine Barrieren in den Weg legt. Wie oben erwähnt sind Nicht-Diskriminierung und Barrierefreiheit Menschenrechte, und als solche müssen sie höchste Priorität haben. Denn der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht der Rollstuhl oder ein Aufzug.
Davon abgesehen steigt die Chance zum Erwerb einer Behinderung mit dem Alter, z.B. durch Diabetes. Wir planen also für uns selbst in ein paar Jahren oder Jahrzehnten. Etwa 10% der Bevölkerung braucht Barrierefreiheit, aber 70% profitiert davon, etwa von abgesenkten Bordsteinkanten.

Da bewahrheitet sich der alte Spruch wieder:

Don't drink and post