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20.04.2021 – Hardware Freedom Day – Ohne Hardware keine Software

Am 20. April 2013 wurde der Hardware Freedom Day durch die Digital Freedom Foundation (DFF)[1] ins Leben gerufen. Der Tag soll dazu dienen, auch für Hardware eine Form der Open-Source-Lösung zu fördern. Es geht darum, dass die Baupläne für diese Produkte frei zugänglich und zum Nachbauen verfügbar sind.[2] Der Hardware Freedom Day wird weltweit gefeiert und jede Person, die möchte, kann eine Veranstaltung hierzu organisieren. Beispielsweise einen Workshop zu verschiedenen Arten offener Software oder offene Hacking-Wettbewerbe (auch Hackathon genannt). Hierfür bietet die DFF ebenfalls ihre Unterstützung an.[3]

In Deutschland ist mit der Einführung der DIN SPEC 3105 der Weg für eine Open-Source-Hardware (OSH) geebnet worden. Ein kleiner Exkurs: Bei DIN SPEC handelt es sich um ein Standarddokument, das durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) entwickelt und veröffentlicht wird. SPEC steht für den englischen Begriff Specification. Eine DIN SPEC kann als Grundlage einer DIN-Norm, die einen erarbeiteten freiwilligen Standard darstellt, dienen.[4

Kommen wir nun zurück zur DIN SPEC 3105. Die aktuell veröffentlichte Fassung ist von 2019. „Die DIN SPEC 3105 legt den Grundstein für Normung und Standardisierung im Bereich OSH und damit für eine industriell nutzbare Infrastruktur, die zum Aufbau einer Circular Economy beitragen kann.“ Die Standardisierung im Bereich der offenen Hardware ermöglicht allen Beteiligten einen leichteren Zugang zu Technologien. Die DIN SPEC 3105 besteht deshalb aus zwei Teilen. Teil 1: Dieser dient der Definition der Anforderungen an die Technologien, die Dokumentation und die Infrastruktur. Es erfolgt die Erhebung des Ist-Zustandes, auch um eine konsequente Weiterentwicklung gewährleisten zu können. Im Teil 2 erfolgt eine “Community-basierte Bewertung”, d. h. die Open-Source-Hardware-Produkte werden durch viele unterschiedliche Beteiligte transparent in der Praxis dezentral erprobt. Die DIN SPEC 3105 soll dazu dienen, die OSH-Produkte qualitativ zu verbessern und vor allem kompatibler zu machen, um sie in entsprechende Infrastrukturen einbauen zu können.[5]

Die Webseite OHO – Open Hardware Observatory beinhaltet eine Suchmaschine, in der nach Bauplänen für offene Hardware gesucht werden kann. Sie wurde u. a. mit Unterstützung der Technischen Universität Berlin entwickelt.[6]

“Im Bereich der Open-Source-Hardware sind wir noch lange nicht so weit fortgeschritten, wie das zum Beispiel in der freien Software-Entwicklung der Fall ist. Mit der DIN SPEC 3105 ist aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gegangen worden. Nicht ohne Grund haben wir die Forderung nach freier Software und Hardware in unserem aktuellen Grundsatzprogramm verankert: Die Open Source-Philosophie ist ein wichtiger und wertvoller Baustein zu mehr Innovation und Fortschritt.”

Sebastian Alscher, Beisitzer im Vorstand der Piratenpartei Frankfurt am Main