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25.05.2021 – Afrikatag – PIRATEN erinnern an die koloniale Vergangenheit der Stadt Frankfurt

Anlässlich des Afrikatages machen die Frankfurter PIRATEN erneut auf die koloniale Vergangenheit der Stadt Frankfurt am Main aufmerksam. Die deutsche Kolonialgeschichte ist eher kurz gewesen, was das Leid der Kolonialisierten in dieser Epoche allerdings nicht schmälert und die Rolle der Stadt Frankfurt in diesem Kapitel bedeutend macht. Immerhin wurde 1882 der Deutsche Kolonialverein hier gegründet, aus dem nur fünf Jahre später die Deutsche Kolonialgesellschaft hervorging und die zeitweise bis zu 600 Mitglieder in Frankfurt hatte.[1] Mit Ende des 1. Weltkrieges musste Deutschland auf seine Kolonien verzichten, die an die Alliierten fielen. Unruhige Zeiten für den Kontinent, den nur 22 Jahre später die Nationalsozialisten erneut zur deutschen Kolonie machen wollten und damit nach knapp drei Jahren Krieg in Nordafrika erneut an alliiertem Widerstand scheiterten.[2]

Der Afrikatag wurde am 25.05.1963 als Erinnerungstag an die Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit, die als Vorgängerin der Afrikanischen Union gilt, festgelegt.[3] Seit 2002 besteht die Organisation aus dem Zusammenschluss aller 55 afrikanischen Staaten, um Frieden, Sicherheit und Stabilität innerhalb des Kontinentes zu bewahren[4].

Bereits während des Kommunalwahlkampfes 2021 haben sich die Frankfurter PIRATEN mit der kolonialen Vergangenheit der Stadt Frankfurt am Main kritisch auseinandergesetzt. Da dieses Thema für die Stadt und ihre Reputation unbequem zu sein scheint, wird offensichtlich versucht, ihm nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei wurde erst in den letzten Jahren damit begonnen die Kolonialgeschichte ausführlich und vor allem wissenschaftlich zu erforschen.[5]

In der Stadt sind es die Frankfurter Museen, die als wichtige Mittler der Kolonialgeschichte gelten. Deshalb fordern die Frankfurter PIRATEN erneut die Organisation und Förderung einer systematischen, effektiven und transparenten Darstellung der Herkunft und Geschichte von Kulturgütern aus ehemaligen Kolonialgebieten in den Frankfurter Museen und Sammlungen. Des Weiteren die Pflege und den Ausbau von Städtepartnerschaften in Ländern, die vormals deutsche Kolonien waren.[6]

“Die deutsche Kolonialgeschichte wird erst seit wenigen Jahren aktiv wissenschaftlich aufgearbeitet. Statt sich der Aufarbeitung zu verschließen, sollte die Stadt Frankfurt dies fördern und für dieses Kapitel Stadtgeschichte die gebotene Verantwortung übernehmen. Es ist ein schwieriger, zumeist unschöner Teil der langen Historie unserer Mainmetropole und die Bürgerinnen und Bürgern wie auch die Nachfahren der Betroffenen haben ein Recht darauf, Zugang zu allen Kenntnissen darüber zu erhalten. Gemeinsam mit den PIRATEN setze ich mich für die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Frankfurts ein!”

Pawel Borodan, Generalsekretär der Piratenpartei Frankfurt am Main und Kandidat auf Platz 3 der hessischen Liste zur Bundestagswahl 2021