13.11.-15.11. - 4. Frankfurter Prostitutionstage

Die 4. Frankfurter Prostitutionstage sind eine Einladung zur kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Entwicklung. Es geht uns um eine Parteinahme für die Rechte von Sexarbeiter/innen und um eine Vernetzung zu diesem Zwecke.
Unbeeindruckt von der Kritik der Betroffenen und ignorant gegenüber fachlichen Einwänden von Organisationen, Gewerkschaften und Verbänden bemüht sich die Große Koalition von CDU/CSU und SPD, ein durch und durch repressives, gegen die Interessen der Sexarbeiter/innen gerichtetes, Prostituierten­schutzgesetz“ durchzudrücken. Vorgeblich geht es um den Schutz von Prostituierten, bei genauerer Betrachtung aber um den Schutz dieser Gesellschaft vor Prostitution und Migration. Christ- und Sozialdemokraten beabsichtigen, die bestehende rechtliche Ungleichbehandlung von Prostitution nicht nur zu zementieren, sondern noch weiter auszubauen. Die von der Bundesregierung geplante Zwangsregistrierung aller Sexarbeiter/innen steht beispielhaft für den reaktionären Ungeist des kurz vor der Verabschiedung stehenden Gesetzes. Eine staatlich veranlasste Registrierung von Sexarbeiter/innen gab es in Deutschland zuletzt 1939 unter den Nazis. Das sollte zu denken geben.
Das eigentliche „Kernelement“ des Gesetzes, die Einführung einer so genannten Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe, ist so konzipiert, dass sie die massenhafte Schließung kleiner wie großer Bordelle zur Folge haben wird. Vor diesem Hintergrund kann sich das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ sehr schnell als Generalangriff auf die legalisierte Prostitution erweisen. Zu befürchten ist, dass Prostitution in Folge dieser Gesetzgebung in den Untergrund gedrängt und fortan in einem weitgehend informellen Sektor erfolgen wird – die massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter/innen inbegriffen. Dabei geht es nicht nur um eine Einschränkung von Prostituiertenrechte, es geht um Frauenrechte allgemein. Angriffe auf die Rechte von Sexarbeiter/innen erweisen sich als Vorboten eines repressiveren Umgangs mit Sexualität in unserer Gesellschaft. Diese Entwicklung betrachten wir mit allergrößter Besorgnis. Sie darf uns nicht gleichgültig lassen.
Interessierte sind herzlich eingeladen, sich in diesem Sinne an den Diskussionen und Beratungen der 4. Frankfurter Prostitutionstage zu beteiligen.

Veranstalter: Dona Carmen

Kosten 30,- Euro / Anmeldung erforderlich! > Infos: http://www.donacarmen.de/wp-content/uploads/2015/10/4.-Frankfurter-ProstitutionsTage.pdf

Datum: 
13 November, 2015 - 14:00 - 15 November, 2015 - 13:00