Bericht zur Informationsveranstaltung Franckeschule

Am Donnerstag hatte Frau Stadträtin Weber zu einem Termin in die Francke-Schule geladen. Ihr zur Seite standen eine Referentin, die den ganzen Abend über nicht ein Wort sagte und ein Referent, jedoch waren die Mitarbeiterinnen, die sich besonders eingehend mit der Materie beschäftigt hatten, wohl beide kurzfristig erkrankt. So kam es und das sei direkt vorweg genommen, dass "Das nehme ich mit." ein sehr häufig gehörter Satz wurde. Mitnehmen konnten die Elternschaft und die Ortsbeiräte einige sehr überraschende Wendungen und viele Fragezeichen.

Auslagerung und Sanierung der Franckeschule
Als ersten Punkt wurde der Sachstand der Auslagerung und Sanierung der Franckeschule thematisiert. Ich versuche am Ende das aufzuarbeiten, was Frau Weber leider nicht liefern konnte, nämlich einen Zeitplan. Dies gestaltet sich insofern schwierig, als dass die Aussagen gerade zur Fertigstellung sehr vage blieben und unterschiedlichste Zahlen genannt wurden. Letztendlich blieb aber die Aussage, dass augenblicklich mit 2021 fest gerechnet wird und dies der offizielle Plan sei, verbunden mit der Hoffnung, früher fertig zu werden.

Das wäre aber dringend notwendig, da die Untere Naturschutzbehörde der Auslagerung in den Grüngürtel nur für 2 Jahre zugestimmt haben soll.

Ursprünglich war der Aufbau der Container bereits zu diesem Sommer geplant. Allerdings haben wir in unmittelbarer Nähe noch eine weitere Anlage, die aufgebaut wird, nämlich die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Sportuni. Da man hier Schwierigkeiten erwartete mit der gemeinsamen Baustellenzufahrt, wurde die Auslagerung kurzerhand also noch einmal verschoben in den Januar.

Erst einmal fertig gestellt, wird die Anlage zwar Platz für die erweiterte schulische Betreuung (ESB), einen Werk-, Kunst- und Mädchenraum bieten, aber weder Turnhalle noch Mensa. Letzteres wird durch Anlieferung gelöst, für Ersteres sei man im Gespräch mit der FTG, oder wolle sie aufnehmen.
Das Thema Turnhalle kam noch einmal auf, denn die Schulleiterin hatte keine Informationen, ob und wenn ja, wie die Turnhalle der Franckeschule saniert wird. Damit hatte sie etwas gemeinsam mit Frau Weber, wie sich herausstellte.

Eng mit der Franckeschule verknüpft ist das Schicksal der Sophienschule schräg gegenüber. Hier wird der Sanierungsaufwand gerade ermittelt und soll Mitte Mai vorliegen. Der Abriß der alten Turnhalle ist aber schon für das Schuljahr 2020 geplant. Anschließend entsteht dort ein Neubau inklusive Mensa, zu deren Bauzeit Frau Weber keine Aussagen treffen konnte. Da die Mensa jedoch sowohl von der Francke- als auch der Max-Beckmann-Schule mitbenutzt werden soll, bleibt hier eine ordentliche Portion Ungewissheit.

Aber nicht nur aus dem Grund liegt die Sophienschule im Fokus der Eltern. Denn schließlich soll das Gebäude ja insgesamt die Fünfzügigkeit sicher stellen, sowie die räumliche Situation entlasten auch im Bereich der ESB. Wie dies unter Sanierungsbedingungen realisiert werden soll, blieb die Stadträtin den Anwesenden jedoch schuldig.

Im Folgenden sorgte ein nebenläufig gesprochener Satz der Stadträtin für reichlich Irritation und Nachfragen: "Perspektivisch soll die Sophienschule wieder eine eigenständige Grundschule werden."

Die Planung ist offenbar konkret genug, als dass Frau Weber direkt sicher sagen konnte, dass die Franckeschule dann wieder 4-zügig würde. Ebenso hatte sie Antworten auf die Fragen der Mitbenutzung der Räume und Einrichtungen. Man fühlte sich an Schilda erinnert.
Interessant in diesem Zusammenhang könnten dann auch die Einzugsgrenzen werden.

Demnach ergäbe sich folgender Zeitplan:

  • Sommer 2017: Vorbereitungen und Aufbau der Containeranlage an der FTG
  • Januar 2018: Umzug der Franckeschule
  • ??: Beginn Sanierungen Sophienschule
  • Sommer 2020: Abriß Turnhalle Sophienschule
  • Sommer 2021: Fertigstellung Franckeschule
  • ??: Fertigstellung Sophienschule

Kinderbetreuung
Der zweite Teil widmete sich dann der Kinderbetreuung und damit einem "heißen Eisen", denn es handelt sich um ein jahrelanges Dauerthema.

Frau Weber nimmt 20-30 fehlende Plätze für die Übergangszeit bis zur Auslagerung an. Danach sollen die Kapazitäten in den Containern zur Verfügung stehen, sowie in den zwei bisher genutzten Räumen der Sophienschule. Hierfür soll eine weitere Einrichtung geschaffen werden, eventuell im Wichtelhaus. Auch das Tibethaus sei noch Prüfung.

Aus den Fragen der Eltern wurde deutlich, dass man sich Planungssicherheit erhofft hatte, wenigstens eine späte, aber dafür gesicherte Zusage. Diese konnte Frau Weber leider nicht geben. Auch im weiteren Verlauf trugen die Ausführungen nicht zu einer Beruhigung bei. Dabei waren die Fragen naheliegend.
* Wieweit können die Räume in der Sophienschule benutzt werden während deren Sanierung?
* Was ist mit den 100 Plätzen der Kita/Horts neben der Franckeschule, die den Schulhof mitbenutzen?
* Wie soll eine Nachmittagsbetreuung für die Zeit aufrecht erhalten werden, in der die Mensa der Sophien noch nicht fertig ist, denn die Franckeschule erhält keine Küche mehr?
* Wie kann garantiert werden, dass die Räume der Sophien auch nach einer eventuellen Eigenständigkeit der Franckeschule zur Verfügung stehen?

Etwas Entspannung kann vielleicht eine neue Einrichtung schaffen, die ab voraussichtlich Sommer 2018 in den Räumen der Sparkasse auf der Leipziger Straße eingerichtet wird.

Schulweg
Seit Jahren kämpft der Ortsbeirat um eine Entschärfung der Situation Sophienstraße/Ginnheimer (Land-)Straße. Nun soll diese Stelle für mehrere Jahre ein Schulweg werden. Es war nicht nachzuvollziehen, warum Stadträtin Weber dieses Thema nicht auf der Agenda hatte. Eltern wie Ortsbeiratsmitglieder erinnerten sie daran und an die Dringlichkeit.

Sonstiges
Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass das DIPF im Frühjahr 2019 umzieht und dort ebenfalls eine 4-zügige Grundschule entstehen soll. Weiterhin wären in Bockenheim zwei weitere Gymnasien und eine Gesamtschule geplant; bis auf ein Gymnasium alles im Bereich Mitte-West.

Abschließend ließ es sich die überzeugte Gegnerin des "Pakt für den Nachmittag" nicht nehmen, ein neues Konzept für Ganztagsschulen anzukündigen, dass schon 2018 mit einer einjährigen Pilotphase starten soll. Wesentlicher Vorteil sei die Bündelung der unterschiedlichen Projekte, Förderprogramme, etc. zu einem.

Fazit
Insgesamt krankte, wortwörtlich gesprochen, der Abend sehr an der Abwesenheit der beiden Referentinnen - zumindest ist das meine Hoffnung. Trotzdem war ich sehr erstaunt, wie wenig Konkretes bis auf ein wenig Zahlenwerk am Ende doch blieb. Auch, dass der Schulweg so gar keine Aufmerksamkeit zu haben scheint, verblüfft doch sehr.

Zumindest wurde vereinbart noch einmal ein oder zwei weitere Termine in der Schule zu machen.

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