Eine neue Generation für Frankfurt

Petra Roth, die aus Bremen stammende und von Helmut Kohl in das Amt der Oberbürgermeisterin von Frankfurt gehiefte Mittsechzigerin, tritt Mitte 2012 von ihrem Amt zurück. Sie propagiert den Generationenwechsel und favorisiert den hessischen Innenminister Boris Rhein (39) als ihren Nachfolger. Sie begründet ihren Schritt unter anderem mit dem Superwahljahr 2013, in dem neben der Bundestagswahl auch noch einige Landtagswahlen anstehen, unter anderem vermutlich auch die in Hessen.

Frau Roth möchte nicht im Wahlkampfgetöse des Bundes und der Länder untergehen und macht durch ihren Rücktritt den Weg zu vorgezogenen Wahlen frei. Strategisches Denken und seine Gegner überrumpeln statt sich an Wahlperioden zu halten? Wir werden sehen ob das Kalkül der Frau Roth aufgeht. Jedenfalls begrüßt die Piratenpartei ihren Schritt den Sessel zu räumen um einer "neuen Generation" Platz zu machen, denn möglicherweise stellt die Piratenpartei Frankfurt ihren eigenen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters bei dem anstehenden Parteitag am 27.11. im Saalbau Gallus auf.
 
"Der enorme Zulauf der Piratenpartei in den letzten Monaten zeigt, dass die Bürger einen Generationen- und  Politikwechsel möchten", sagt Stefan Schimanowski, Vorsitzender der  Frankfurter Piraten. "Wir freuen uns, dass Petra Roth dies ebenso sieht, allerdings unterstützen wir nicht den derzeitigen Innenminister Boris Rhein als Kandidat. Der als "Mister Kameraüberwachung" bekannte Innenminister steht in eklatanter Weise entgegen den Prinzipien der Piratenpartei und wir überlegen einen eigenen Kandidaten aufzustellen",  so Schimanowski weiter. 
 
"Man kann die Probleme nicht mit der selben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." sagte einmal Albert Einstein. "Wenn ich mir anschaue, was die CDU in Hessen und auch in Frankfurt für Cliquenwirtschaft betreibt, dann muss sich etwas viel Grundlegenderes ändern als nur die Figur an der Spitze." sagt Thorsten Wirth, Pressekoordinator der Piraten Frankfurt.

 

Pressemitteilung 1.11.11

Autor: T. Wirth

Veröffentlicht durch: Piratenpartei - Kreisverband Frankfurt am Main

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Kommentare

Schlauer Schachzug

Der Zeitpunkt ist geschickt gewählt: vor wenigen Tagen hat die bisher von den Grünen favorisierte Kandidatin Manuela Rottmann ihren vorläufigen Abschied aus der aktiven Politik verkündet. In dieses Vakuum hinein platzt die Nachricht von OB Roth's Abdankung. Der einzige Kandidat, der sich begonnen hat zu etablieren, ist Michael Paris (SPD). Diese Verwirrung ausnutzend nimmt die CDU ihre Chance wahr, ihren jungen, aber politisch polarisierenden Hardliner Rhein zu positionieren. Hat jemand mal durchgerechnet, wie sich ein eigener Piraten-OB-Kandidat auf die eine oder andere Kandidatur auswirken würde?

Re: Schlauer Schachzug

"Hat jemand mal durchgerechnet, wie sich ein eigener Piraten-OB-Kandidat auf die eine oder andere Kandidatur auswirken würde?"

Falls Du darauf anspielst, dass das Och-bitte-nicht-Boris-Rhein-Lager durch einen Piraten-Kandidaten aufgespalten würde: entweder hat jemand beim ersten Wahlgang mehr als 50%, dann hätte darauf ein Piraten-Kandidat wenig Einfluss, oder es gibt eine Stichwahl, dann gibt es auch keine Aufspaltung.

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