Freiheit ist kein Kuchen, von dem ich weniger habe, wenn Du mehr bekommst!

Freiheit ist kein Kuchen, von dem ich weniger habe, wenn Du mehr bekommst!

Bei der Veranstaltung "Tanzen gegen das Tanzverbot" an Karfreitag in Gießen, hielt unser Frankfurter Direktkandidat für den Bundestag Pawel Borodan folgende Rede:

"Heute ist Karfreitag - ein Tag der Emotionen: einerseits die Emotion der Trauer um einen mythischen Religionsstifter. Andererseits einer Vielfalt von Gefühlen bei denjenigen, die nicht von religiöser Trauer erfüllt sind. Menschen, die einfach ein paar freie Tage nach einem trüben Winter verbringen. Wenn ich mich hier so umschaue, dann gibt es nicht wenige, die durchaus guter Stimmung sind. Nun ist es so, dass Menschen guter Stimmung gerne Dinge tun, um ihre gute Laune auch auszudrücken … zum Beispiel Tanzen, mit anderen Menschen ausgelassen sein, einen fröhlichen Film schauen. Aber genau das dürfen wir heute nicht. Denn heute ist uns all das verboten. Man sagt uns, das wäre so, damit die wenigen, die heute religiös motivierte Trauer empfinden, in ihren Gefühlen nicht gestört werden.

Politik ist gesellschaftlicher Interessenausgleich. Kluge Politik scheut sich, übergriffig zu sein. Für einige Menschen ist Religion zentraler Lebensinhalt, für viele weniger wichtig oder für Einige auch gar nicht. Aber ich, als Atheist, akzeptiere, dass die Freiheit der Religionsausübung ein hohes schätzenswertes Gut ist. Würde man den Menschen in den Kirchen heute ihre Messen verwehren, würde ich hier demonstrieren, um sie dabei zu unterstützen, ihren Glauben zu leben. Aber ich darf auch erwarten, dass meine Freiheit nicht weniger geachtet wird. Ich werde mich in Kirchen immer respektvoll verhalten. Warum respektiert man dann meine Interesse an einem freien selbstbestimmten Leben weniger. Was soll diese Übergriffigkeit?

Wir Piraten sind fest davon überzeugt, dass Modernität und Vielfalt positive Ideale für die Gestaltung unserer Gesellschaft sind. Deshalb stellen wir auch regelmäßig Überkommenes in Frage: ein „Das haben wir schon immer so gemacht“ wird es mit uns nie geben. Wie sind davon überzeugt, dass es Menschen so einfach wie möglich gemacht werden muss, Politik, die sie angeht, selbst mitzugestalten. Wer möchte, dass eine bestehende Regelung beibehalten wird,  muss es sich gefallen lassen, in Frage gestellt zu werden. Für die sogenannten stillen Feiertage gilt dies natürlich auch. Und traurigerweise dreht es sich bei den Befürwortern immer um Argumente, die irgendwie davon ausgehen, dass wir, die heute auch tanzen dürfen wollen, ihnen irgendetwas wegnehmen - ihren Feiertag kleiner machen. Nun könnte man sagen: Was regst Du Dich auf? An den paar Tagen im Jahr stirbt doch keiner. Als Pirat bin ich nicht bereit, das zu akzeptieren. Eine meiner Überzeugungen: Freiheit ist kein Kuchen - Dein Teil wird nicht kleiner, nur weil jemand Anderes auch ein Stück bekommt. 

Wenn wir also Menschen nicht mehr mit HartzIV gängeln, nicht mehr glauben, dass die Ehe für Alle die herkömmliche „entwertet“ oder eben auch niemanden mehr vorschreiben, wann man tanzen darf oder nicht - dann werden wir alle gewinnen. Denn das ist Freiheit...

...und dafür lohnt es sich zu kämpfen, heute und an weiteren 364 Tagen im Jahr."

Anschauen könnt Ihr Euch das Video der Rede gegen das Tanzverbot: hier