Gehört der Islam zu Deutschland?

Am Samstag war ich kurzfristig eingeladen bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“. Nun werden sich einige fragen, was denn ausgerechnet die Piratenpartei mit Religion zu tun hat. Die kurze Antwort lautet: Menschenrechte. Die längere Antwort:

Kaum war ich von dem Infostand auf der Leipziger Straße an der Konstablerwache angekommen, sprach mich schon Stefan Schimanowski an, ob ich nicht kurzfristig am Nachmittag in Bonames an einer Podiumsdiskussion teilnehmen könnte. Ich sei ja die ideale Besetzung dafür. Nun ja, meine Frau ist die Religionswissenschaftlerin in unserer Familie, aber in den letzten Jahren bin ich durch sie mehr Mönchen und Nonnen, Rabbis und Sufis begegnet, als ich mir je zu träumen gewagt hätte. Denn eigentlich bin ich Atheist, auch wenn eine liebe Exkollegin einmal meinte, von der Philosophie her sei ich Buddhist. Aber vielleicht lässt mich gerade das relativ unbefangen an das Thema herangehen.
Am Rande erwähnen möchte ich noch die Highlights des Infostandes, wie Thorsten Wirth zwei S-Bahn-Kontrolleuren unser Wahlprogramm erklärte, das unter anderem langfristig die Abschaffung von S-Bahn-Kontrolleuren vorsieht, wenn der RMV tatsächlich kostenlos für Reisende würde. Ein anderes Highlight war die Entgegnung von Herbert Rusche (schwuler, ex-grüner Ex-MdB und Kandidat für den Ortsbeirat Nordend) auf die rassistische Äußerung einer Dame mit großer Sonnenbrille, „von den Ausländern hätten wir ja zu viele in Frankfurt“. Herbert entgegnete „von häßlichen Frauen mit großen Sonnenbrillen haben wir auch zu viele in Frankfurt“, woraufhin sie abdampfte. Bravo!
Also machte ich mich auf den Weg nach Bonames ins Industriegebiet, wo die Ahmadiyya-Gemeinde eine leicht unterkühlte Lagerhalle und andere Räume in ihr Gemeindezentrum umgebaut hat. An der Diskussion nahmen außer mir nur Jochem Heumann (CDU) und Eugen Emmerling (SPD) teil. Doch zunächst gab es einen wissenschaftlich fundierten Vortrag von Mohammad Luqman Majoka zur Geschichte des Islam in Deutschland. Natürlich entstammen viele moderne Errungenschaften aus der Medizin, der Chemie, Mathematik, Physik und Architektur aus dem Orient, ebenso unsere Zahlen und Worte wie „Alkohol“. Auch gibt es seit dem frühen Mittelalter diplomatische und Handelsbeziehungen sowie eine muslimische Ansiedlung in Preußen, erste Moscheen und erste deutsche Übersetzungen des Korans seit dem 18. Jahrhundert. Doch damit bemüht man sich lediglich, die historisch falschen Behauptungen von Bundesinnenminister Friedrich zu widerlegen. Diese Ebene führt nicht weiter.
Erwartungsgemäß griffen Herr Heumann und Herr Emmerling in ihren Eröffnungsreden diese Islamkritik auf und betonten ihre liberalen Standpunkte und die gelungene Integration gerade der überwiegend aus Pakistan, Indien und Bangladesch eingewanderten Ahmadis. Leider beging Herr Heumann den Faux pas, in seiner Rede zu betonen, wie sehr er die Anwesenden bewundere, wenn diese am Neujahrsmorgen unseren Müll wegräumten, während wir noch in den Federn lägen. Herr Heumann ist für CDU-Verhältnisse ein aufgeschlossener, progressiver Mensch, doch in dieser Äußerung zeigt sich, welchen Weg wir noch gehen müssen, um diese subtilen Vorurteile in unseren Köpfen abzubauen. Selbstverständlich waren die Anwesenden nicht allesamt Müllmänner und das Bild stereotyp, daran müssen wir noch arbeiten.
Aber die ganze Fragestellung ist falsch! Die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?“ ist eigentlich überflüssig, denn Religionsfreiheit gehört zu Deutschland! Und die Menschen, die hier leben, gehören zu Deutschland, ganz gleich, welcher Religion sie angehören. Wir reden von Menschen, die hier teilweise in der zweiten oder dritten Generation leben, die hier geboren sind. Wer könnte ihnen die Teilhabe absprechen? Und doch dürfen von den 4 Millionen Muslimen in Deutschland nur 1,2 Millionen wählen, weil sie ihre alte Staatsbürgerschaft abgelegt und die deutsche angenommen haben.
Auch die Ausgangsthese ist falsch: darin wird postuliert, dass es so etwas wie „den Islam“ gäbe. Es gibt nicht den Islam, genausowenig wie es das Christentum oder das Judentum gibt. Das zeigt sich bereits in der Ironie der Veranstaltung: die Ahmadiyya bezeichnet sich selbst als zum Islam dazugehörig, dies wird aber von anderen muslimischen Gelehrten bestritten. Der Kern des Dissenses liegt in der Frage, ob es nach Mohammed noch weitere Propheten geben darf oder ob er der letzte Prophet war. Aufgrund dieser Frage werden die Ahmadis in vielen islamischen Ländern verfolgt und diskriminiert.
Die Religion wird aber von Populisten wie Friedrich, Seehofer oder Sarrazin nur vorgeschoben, statt die komplexere Diskussion zu führen: Es geht nicht wirklich um „den Islam“, sondern um Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie, um ethnische und kulturelle Unterschiede, oder um die Diskussion von Frauenrechten und häuslicher Gewalt. Nun sind diese Themen aber nicht ausschließlich Muslimen vorbehalten. Frauen sind in der deutschen Gesellschaft trotz der UN-Resolution von 1979 zur Gleichstellung von Frauen auch heute noch benachteiligt. Häusliche Gewalt gibt es auch in deutschen Familien. Die Ursachen sind vielfältig und haben mit mangelnder Bildung, unzureichender Bezahlung, der prekären Stellung von Arbeitnehmern, ihren Existenzängsten und Alkoholismus zu tun. Diesen Fragen müssen wir uns stellen und uns nicht von populistischen Scheindebatten ablenken lassen!
Diese andere Perspektive ist letztlich das, was die Piraten in die Diskussion mit einfließen lassen können! Religion mag in unserer aufgeklärt-humanistischen Gesellschaft für viele an Bedeutung verloren haben. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass sie ein Menschenrecht und für viele Menschen ein wichtiger Teil ihre Lebens ist. Religion kann dazu beitragen, Werte, Traditionen und ein Gefühl von Heimat zu vermitteln. Eine Heimat, die viele Migrantinnen und Migranten in Deutschland nie gefunden haben, auch darum, weil sie oft vermittelt bekommen, hier nicht willkommen zu sein. Als Piraten stellt sich aber die Frage der Integration nicht, wenn alle Menschen teilhaben können, inkludiert sind. Frankfurt ist unser aller Zuhause, nicht nur das der „Biodeutschen“. Wir müssen einander auf Augenhöhe begegnen und den Dialog suchen, um den anderen und unsere sich stetig verändernde Stadt zu verstehen.
Um den Dialog zu suchen war ich letztlich bei dieser Veranstaltung. Die anschließende Fragerunde war zahm, amüsant fand ich noch die obligatorische, abgelesene Missions-Frage aus dem Publikum, ob sich die Diskutanten vorstellen könnten, die Religion zu wechseln. Natürlich gilt: ich lass dir deine Religion, lass du mir meine. Ich konnte der Frage jedoch in etwa so gelassen entgegensehen wie ein Antialkoholiker einer Verkehrskontrolle. Denn als ich hereinkam, sprach ich mit einem jungen Mitglied der Gemeinde, worin er erwähnte, dass die Worte und Taten eines Menschen zählen, nicht bloße Lippenbekenntnisse. Das ist in etwa auch meine Philosophie. ;)
Im Anschluss gab es noch leckere Samosas und interessante Gespräche. So hatten einige der Anwesenden etwa arrangierte Hochzeiten, was junge Muslime und Muslima nicht selten in Krisen bis hin zum unbestritten erhöhten Selbstmordrisiko stürzt. Meine Gesprächspartner schienen damit jedoch überhaupt nicht unglücklich zu sein, was ich akzeptieren kann, wenn alle Beteiligten damit ihr Glück finden. Meine Sorge war vielmehr, wie sie meinen Lebenswandel (zwar verheiratet, aber erst mit 35, und ich war keine Jungfrau mehr) beurteilen würden. Und so kam ich um einige Erfahrungen reicher zurück aus Bonames, hoffe aber auch, durch die Gespräche und mein Beispiel Denkanstöße gegeben zu haben.
Martin Kliehm

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Kommentare

Korrektur

Habs bisher nicht zu Ende gelesen, aber das mit den Müllmännern ist ein Mißverständnis. Die Ahmadija-Gemeinde räumt immer seit ein paar Jahren mit ein paar Freiwilligen am Neujahrsmorgen auf. Darauf bezog der Mann sich. Das hat nix mit Müllmännern zu tun.

Immer die gleiche Leier

Zitat: "Es geht nicht wirklich um „den Islam“, sondern um Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie, um ethnische und kulturelle Unterschiede, ..."

Ach ja? Keine plausiblen Sachargumente, deshalb wieder die übliche (nicht mehr wirkende) Nazikeule? Warum betrifft denn diese angebliche Fremdenfeindlichkeit keine Ausländer und Migranten aus nichtmuslimischen Ländern? Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass die meisten Islam-Kritiker nichts gegen die Menschen (Islam-Gläubigen) haben, sondern gegen die so genannte Religion Islam? Den Islam gibt es letztendlich nur als Gesamtpaket inkl. islamischer Politik und islamischer Rechtsprechung nach der Sharia. Und so ganz nebenbei, der Islam duldet (wenn er die Mehrheit im Land innehat) neben sich keine anderen Religionen und erst recht keine Atheisten. Und das sollen wir tolerieren? Wenn es umgekehrt wäre, dann würden Sie doch sofort - mit Recht - auf die Barrikaden gehen! Und warum nicht in diesem Falle? Ich glaube so langsam, die Toleranz der Islam-Versteher ist in Wahrheit Angst vor islamischen Extremisten und den Verlust von eigener politischer Macht. Gegen den Papst, ja, da ist jeder ein mutiger Freiheitskämpfer. Da hat man nämlich nichts zu befürchten.

Zitat: "... oder um die Diskussion von Frauenrechten und häuslicher Gewalt. Nun sind diese Themen aber nicht ausschließlich Muslimen vorbehalten. Frauen sind in der deutschen Gesellschaft trotz der UN-Resolution von 1979 zur Gleichstellung von Frauen auch heute noch benachteiligt. Häusliche Gewalt gibt es auch in deutschen Familien.

Kurz: Wie viele Frauen sind denn seit 1979 in Deutschland gesteinigt und gepeitscht worden? - Ja, in Deutschland ist das nur eine rhetorische Frage, aber es gibt Länder, da würde man ernsthaft anfangen zu addieren.

Bin ich jetzt ein rechtspopulistischer Hetzer? Oder gar ein Neo-Nazi? Gehen Sie mal raus und reden Sie mit den Menschen, dann werden Sie sie vielleicht auch mal richtig verstehen und die Nazikeule an den Nagel hängen.

Es gibt nicht "den Islam"

Lieber Gast, Sie haben den Artikel leider nicht verstanden. Es gibt "den Islam" ebensowenig wie "das Christentum". Machen wir Protestanten für Äußerungen des Papstes verantwortlich? Eben. Wir müssen uns konkret den Problemen stellen, nicht Scheindebatten führen, welche Religion die bessere wäre.

Ja, wieviele Frauen sind denn in Deutschland gesteinigt worden? Nicht eine, auch nicht von in Deutschland lebenden Muslimen. Dagegen werden täglich in Deutschland Frauen von ihren Männern verprügelt und vergewaltigt. Das müssen wir angehen, und dabei ist es mir egal, ob der Mann Moslem, Christ oder Atheist ist!

zu einfach gemacht

Lieber Herr Kliehm,

im Islam gibt es zwar keine Institution Kirche, wie etwa bei den Christen, dafür gibt es aber den Koran, die Offenbarung Gottes, und die Scharia als das aus dem Koran abgeleitete islamische Recht. Das führt dazu, das ein islamischer Staat fast immer mehr oder weniger ein auf der Scharia basierter Gottessaat ist.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b2/Countries_with_...

Eine der wenigen Ausnahme ist die Türkei , dort wurde durch Atatürk ein türkischer Laizismus eingeführt (besser angeordnet) und die Scharia als gesetzliche Grundlage abgeschafft. Dafür existiert jedoch ein Religionsamt, welches den Islam in der Türkei steuert. Es propagiert einen sunnitischen Staatsislam und steuert über die DITIB auch die türkischen Moscheegemeinden in Deutschland. Stichwort, politischer Islam.

Weitere Informationen zum Islam in der Türkei finden sich hier:
http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2004_S29_s...

Nur ein Problem welches die Scharia mit sich bringt, ist die religiöse Intoleranz des Islam aus säkularer Sicht. Die Scharia erkennt im Prinzip nur Christentum und Judentum als weiter Religionen an, Vertreter dieser Religionen werden in der Scharia als Schutzbefohlene bezeichnet, besitzen jedoch nur eingeschränkte Rechte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dhimmi#Definition_von_.E2.80.9EDhimmi.E2.80.9C

In islamischen Staaten wird das heute alles unterschiedlich streng umgesetzt, die Einstellung gegenüber Ungläubigen beruht aber immer auf den Ansichten aus dem Koran. Besondere Negativbeispiele sind Saudi Arabien, der Iran oder auch beispielsweise Mauretanien, wo heute noch die in der Scharia verankerte Sklaverei ausgeübt wird.

"Ja, wieviele Frauen sind denn in Deutschland gesteinigt worden? Nicht eine, auch nicht von in Deutschland lebenden Muslimen. Dagegen werden täglich in Deutschland Frauen von ihren Männern verprügelt und vergewaltigt. Das müssen wir angehen, und dabei ist es mir egal, ob der Mann Moslem, Christ oder Atheist ist!"

Diese Sichtweise, Islamkritik pauschal als Xenophobie zu verurteilen, macht es sich zu einfach. Eine sachliche Religionskritik im Sinne von Aufklärung und Humanismus ist auch beim Islam angebracht.

Falls Sie sich nun Fragen sollten, was das alles mit Deutschland zu tun hat, dann überlegen Sie sich doch mal bitte einmal, woher der jeweilige Muslim in Deutschland sein islamisches Weltbild halt, also durch welche Art Islam er eventuell geprägt wurde und ob es dort Ansichten gibt, die sich eventuell nicht mit denen unserer aufgeklärten säkularen Gesellschaft decken. Also Ansichten, die wir beispielsweise bei Deutschen als rassistisch, frauenfeindlich, unaufgeklärt oder Ähnliches betrachten, im Falle eines Muslims aber aus vermeintlich antirassistischen Gründen geneigt sind zu tolerieren. Wenn wir solche Ansichten allgemein nicht tolerieren möchten, wäre es dann hilfreich die Ursachen dafür kennen und wo sollte dann zielführender Weise angesetzt werden, bei den Auswirkungen oder den Ursachen?

Religionskritik bringt uns nicht weiter

Lieber Gast, ich bestreite gar nicht, dass es Länder gibt, in denen die Scharia gilt, und dass dieses Recht mit unserem teilweise unvereinbar ist. In Deutschland gilt aber nicht die Scharia. Darum ist es überflüssig, darüber zu reden, welche Religion in welcher Ausprägung gut oder schlecht wäre. Da kommen wir nie zu einem Ergebnis, weswegen es für mich eine Schein- oder Stellvertreterdebatte ist.

Über Rassismus und Frauenfeindlichkeit müssen wir reden und dazu in den Familien und in der Schule ansetzen, nicht in der Moschee, denn Rassismus und Frauenfeindlichkeit sind eben Phänomene, die nicht nur in islamisch-geprägten Familien vorkommen und oftmals mit Bildungsferne einhergehen. Wenn wir die Bildung verbessern und Chancengleichheit schaffen, Migrantenkinder nicht mehr in Haupt- und Sonderschulen aussortieren, wenn wir sie als Teil unserer sich verändernden Gesellschaft begreifen, dann bekommen wir auch diese Probleme in den Griff. Sich den wahren Problemen zu stellen ist sicher nicht einfach, aber zielführender, als eine Religion abstrakt an den Pranger zu stellen.

Auch Religion muss kritisch betrachtet werden

Richtig, in Deutschland gilt nicht die Scharia, aber Muslime, die ihre Religion ernst nehmen, sehen das teilweise anders. Diese betrachten die Scharia als das islamisches Recht, somit hat diese für sie Gültigkeit, unabhängig davon, wo sie leben. Die Scharia beschränkt sich ja nicht auf Hand abhacken oder Steinigen, dass sind Extrembeispiele für Strafen, die selbst in islamischen Ländern die absolute Ausnahme darstellen. Aber beispielsweise verbietet es die Scharia auch, dass eine Muslima einen Nichtmuslim heiratet. Hier sehe ich dann schon einen Bezug (nicht die alleinige Ursache) zur arrangierten Ehe oder zur Zwangsehe im Extremfall auch zum Ehrenmord

ZITATANFANG "Darum ist es überflüssig, darüber zu reden, welche Religion in welcher Ausprägung gut oder schlecht wäre. Da kommen wir nie zu einem Ergebnis, weswegen es für mich eine Schein- oder Stellvertreterdebatte ist." ZITATENDE

Es geht ja nicht um gut oder schlecht, sondern darum, ob die Religionen mit unseren rechtlichen und humanistischen Auffassungen übereinstimmen. Der Islam bringt im Gegensatz zu anderen Religionen ein eigenes Rechtssystem mit sich. Teilweise deckt sich dieses nicht mit unseren Vorstellungen von Menschenrechten. Die islamischen Länder haben ihre eigenen Menschenrechte definiert, die aus unserer Sicht für Frauen und Nichtmuslime diskriminierend sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_i...

ZITATANFANG "Über Rassismus und Frauenfeindlichkeit müssen wir reden und dazu in den Familien und in der Schule ansetzen, nicht in der Moschee, denn Rassismus und Frauenfeindlichkeit sind eben Phänomene, die nicht nur in islamisch-geprägten Familien vorkommen und oftmals mit Bildungsferne einhergehen. Wenn wir die Bildung verbessern und Chancengleichheit schaffen“ ZITATENDE

Hier stimme ich zu. Wie stehen denn die Piraten zum Religionsunterricht, soll es eine islamische Variante geben? Vertreten die Piraten die vollständige Trennung von Staat und Kirche? Soll der bestehende Religionsunterricht an staatlichen Schulen abgeschafft werden? Aus meiner Sicht wäre ein für alle Schüler verbindlicher Ethikunterricht, der humanistische Werte vermittelt, die bessere Lösung. Habt ihr schon Antworten auf diese Fragen, sind sie ein Thema für Euch?

ZITATANFANG "Sich den wahren Problemen zu stellen ist sicher nicht einfach, aber zielführender, als eine Religion abstrakt an den Pranger zu stellen." ZITATENDE

An den Pranger zu stellen halte ich auch nicht für zielführend, erst recht nicht, wenn sich die Kritik auf eine einzelne Religion beschränkt. Die wahren Probleme haben aber auch manchmal religiöse Ursachen. Leider wurde die Problematik unehrlich und einseitig vereinnahmt. Daraus scheint zu folgen, dass dieses wichtige und sehr sensible Thema nun völlig gemieden wird, dass halte ich wiederum für falsch. Da der Islam ein Teil von Deutschland geworden ist, können und müssen wir uns auch kritisch mit diesem Thema befassen. Eine wichtige Frage ist dabei, wie man das tun kann. Hier halte ich die vollständige Trennung von Staat und Kirche einschließlich der Abschaffung der Religionsunterrichtes und Einführung eines gemeinsamen Ethikunterrichtes für alle Schüler an staatlichen Schulen für ein Thema.

Piratenseite mit automatischer Zensur?

Ich habe jetzt etliche Male versucht eine Antwort zu schreiben, leider bekomme ich jedes Mal folgenden Fehler:

PHPIDS warning
We have detected malicious input and blocked your attempt.
If you keep experiencing problems but feel like you are doing nothing wrong, please contact the site administrator.

Die kritischen Phrasen scheinen die Wörter Laizismus und Religionsunterricht zu beinhalten???

PHPIDS filtert ganz sicher

PHPIDS filtert ganz sicher keine Wörter, das ist eine Software, die bestimmte Arten von Angriffen abwehren soll. Dem Teil werden eher Anführungszeichen, Klammern, HTML-Tags oder ähnliches nicht geschmeckt haben. Falls du den Text, der den Fehler auslöst, noch hast, wär ich daran sehr interessiert. Du kannst ihn z. B. da reinpacken (einfach einfügen): http://jan.piratenpad.de/phpidsbug (vermutlich kann ich dir dann auch sagen, was PHPIDS daran nicht mochte).

Re: Piratenseite mit automatischer Zensur?

Nein, wir setzen keinen Wortfilter ein. Vielleicht hast du ein unsichtbares Zeichen miteingetippt. Das passiert manchmal. Auch ich kann ohne Probleme Laizismus und Religionsunterricht schreiben.

nein, geht leider nicht

aber Danke für Deine Antwort, ich habe es gerade noch einmal probiert, meine Antwort wird nicht akzeptiert. Ich habe den Text zusätzlich nach Word kopiert und dort werden auch keine ungewöhnlichen Steuerzeichen angezeigt. Nur an den beiden Wörtern kann es auch nicht liegen, meine letzte Nachricht kam ja durch. Ich hatte noch versucht Euch den kompletten Text über das Kontaktformular zu senden, bekomme dabei aber die gleiche Fehlermeldung. Ich habe aber eine andere Nachricht inklusive Email-Adresse über das Kontaktformular gesendet, falls ihr an einer Diskussion interessiert seid, kann ich Euch den Text gern per Mail senden.

Fehler gefunden

Danke für den Text im Pad. PHPIDS gefallen scheinbar nicht: - die HTML-Tags - (je nach Version) die Klammern, die in einem Absatz standen. Wenn man beides entfernt gehts (hier im Blog sogar sobald man die Tags entfernt). Es spielen aber auch noch andere Sonderzeichen (Doppelpunkte, alles mögliche) eine Rolle (ggf. sogar Umlaute), wobei immer erst die Kombination (und Reihenfolge etc.) es ausmacht. Ich hab zum Testen mal ne Variante genommen wo ich alle normalen Wortzeichen durch "blah" ersetzt hab (gibts im Pad http://jan.piratenpad.de/phpidsbug). Die mag PHPIDS auch nicht, am Inhalt liegts also definitiv nicht. Unter https://demo.phpids.org/ kann man schön rumspielen und bekommt gleich ein Feedback, was so alles nicht gepasst hat (auch für Informatiker allerdings kryptisch!). Gruß, Jan

Danke,

bitte lösche doch noch meine Antwort in Deinem Kommentar. Ich habe diese noch einmal an die richtige Stelle im Thread eingefügt.

sry

Ich hab keine Editiermöglichkeit, hab auf der Mailingliste mal nachgefragt ob jemand mit Editrechten das rauslöschen kann.

Gruß
Jan

Achtung!

Eine arrangierte Heirat ist nicht zu verwechseln mit Zwangsheirat!

siehe hierzu Arrangierte Heirat

Der Unterschied bei den Ahmadis liegt lediglich darin, das sie nicht kommerziellen Diesnstleiter zur Vermittlung anheuern sondern ihre Eltern.

Mit Zwangsehen habe ich weiterhin ein Problem

'So hatten einige der Anwesenden etwa arrangierte Hochzeiten, was junge Muslime und Muslima nicht selten in Krisen bis hin zum unbestritten erhöhten Selbstmordrisiko stürzt. Meine Gesprächspartner schienen damit jedoch überhaupt nicht unglücklich zu sein, was ich akzeptieren kann, wenn alle Beteiligten damit ihr Glück finden. '

Auch wenn jmd. durch eine Zwangssituation glücklich wird bleibt es eine Zwangssituation.
Und damit nicht akzeptabel.
Mal abgesehen davon das 'Glück finden' immer relativ ist. Besonders wenn einem Andere die Suche abnehmen und die Ergebnisse aufzwingen.

Re: Zwangsehen

Mit Zwangsehen habe ich auch Probleme, da stimme ich Dir voll zu. Aber ich habe mit verschiedenen Menschen dort gesprochen, und für sie schien es ziemlich normal zu sein, dass andere für sie einen passenden Partner ausgesucht haben. Das wirkte nicht nach Zwang. Für andere ist es ein Zwang, und das ist tatsächlich inakzeptabel. Ich wollte mit dem Beispiel nur verdeutlichen, dass es doch bedeutende Unterschiede in einigen Lebensbereichen gibt, die befremdlich wirken und mit denen sich beide Seiten erst einmal auseinandersetzen müssen.

Man kann alles schön reden ...

... hättest du mal nach Ehre gefragt ;-)

Ehre - in unter 2 Minuten erklärt: http://www.youtube.com/watch?v=MCUuv3Gikn4

Re: Ehre

Die Piratenpartei setzt sich auch für Bildung und die Abschaffung der Hauptschule ein...

Sehr schön!

Hast mir aus der Seele gesprochen! Danke dafür! :-)

Stefan

"die rassistische Äußerung einer Dame mit großer Sonnenbrille, „von den Ausländern hätten wir ja zu viele in Frankfurt"

Sie meinte sicherlich: "kriminelle Ausländer" - vor allem am Flughafen laut Statistik.

Ich hab ja nichts gegen

Ich hab ja nichts gegen Schweizer, aber bei 'kriminelle Ausländer' fällt mir immer als erstes Josef Ackermann ein.

Schweizer

ein Einzelfall; wenn Du wie ich einige Jahre in der Schweiz Appenzeller Land) gelebt hättest, wüstest Du was das für eine tolle Demokratie ist. Auch der Rechtsstaat ist nicht zu verachten. Viele Grüße

und vor allem

weiß ich nicht, was das mit "rassistisch" zu tun haben soll...

Super Artikel

Hallo Martin,

super Artikel! Ich ändere die Namen und wir cross-posten den auch in Berlin :-)

Cheers,
Fabio

Danke...

... für diesen Beitrag. Solche erhellende Berichte bringen mir noch mehr Spaß an Politik.
Gruß
Herbert

Fantastisch

Danke für diesen Artikel.