Musikpiraten e.V. prüft Strafanzeige gegen GEMA

Am 12.09.2011 veröffentlichte der Musikpiraten e.V. die Gewinner seines Creative Commons-Wettbewerbs "Free! Music! Contest". Zusätzlich zu dem Download sollen die 19 Songs auch auf CD in einem hochwertigen DigiPack verbreitet werden. Bei der Produktion der CDs kommt es nun zu Problemen mit der GEMA. Diese behauptet, sie würde an fünf der Lieder Rechte innehaben und stellte eine Rechnung über 350,96€ aus.[Update: Mittlerweile ging eine zweite Rechnung in gleicher Höhe für zwei Lieder auf der Bonus-CD ein.] Der Verein prüft nun die Möglichkeit einer Strafanzeige gegen die GEMA wegen Schutzrechtsberühmung.

"Die GEMA macht Rechte geltend, die sie nachweislich nicht hat. Alle Künstler haben uns gegenüber ausdrücklich versichert, dass sie nicht bei der GEMA oder einer entsprechenden Gesellschaft im Ausland Mitglied sind. Die Forderungen der GEMA sind also eindeutig eine Schutzrechtsberühmung", schildert Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Vereins, den Sachverhalt.

Prinzipiell gewährt die Rechtssprechung der GEMA in Deutschland die sogenannte GEMA-Vermutung. Nach dieser kann die GEMA davon ausgehen, dass jeder Urheber weltweit Mitglied der GEMA oder einer entsprechenden Organisation im Ausland ist. Basierend auf dieser Vermutung muss zum Beispiel jede Produktion einer Musik-CD in Deutschland von der GEMA explizit freigegeben werden, und bei jedem Live-Auftritt muss der Veranstalter eine Titelliste bei der GEMA einreichen. Dies ist auch der Fall, wenn die Künstler weder GEMA-Mitglieder sind noch gemapflichtiges Material "covern".

"Die GEMA-Vermutung ist ein Anachronismus und gehört auf das Abstellgleis der Geschichte. Portale wie jamendo.com mit über 52.000 unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlichten Alben zeigen, dass 'All rights reserved' nicht mehr zeitgemäß ist." so Hufgard weiter. "Wenn ein Künstler einem Herausgeber wie uns bestätigt, dass er kein GEMA-Mitglied ist, muss dies eindeutig mehr Gewicht haben als die pauschale Vermutung, jeder Urheber würde bei GEMA und co. Mitglied sein."

Wie sich mit einer Suche auf der Webseite der GEMA leicht bestätigen lässt, ist keiner der angeblich von ihr vertretenen Titel [*] dort registriert. Die Behauptung, die GEMA würde daran Rechte halten, ergibt sich rein aus der Tatsache, dass Urheber gleichen Namens bei der GEMA oder einer Verwertungsgesellschaft im Ausland Mitglied sind.

Eines der Verwechslungsopfer ist Michael Koch, Mitglied von the.princess.and.the.pearl. "Wir halten von der GEMA rein gar nichts. Ich war früher dort Mitglied und es hat uns als Band schon den einen oder anderen Auftritt gekostet, da Veranstalter kleiner Festivals sich die Gebühren nicht leisten können, bei denen am Ende bei uns als Band kaum etwas ankommt", erklärt der Sänger und Gitarrist der Band. "Dass wir als Nicht-Mitglied beweisen müssen, dass unsere Musik nicht von einem GEMA-Mitglied komponiert wurde zeigt, dass diese Laden zu viel Macht hat - und diese rücksichtslos missbraucht."

Auf Nachfrage erklärte die GEMA, man ginge davon aus, dass die Urheber vergessen haben könnten, ihre Titel anzumelden. Der Musikpiraten e.V. müsse nun beweisen, dass die Namensgleichheit zufällig besteht. Nur wenn dies gelingt, würde dem Verein eine Gutschrift über den geforderten Betrag ausgestellt werden.

2008 hatte die GEMA bereits behauptet, sie würde Rechte an einem Lied der Band JAMMIN*INC halten, das im Rahmen des OpenMusicContest auf CD gepresst werden sollte. Auch hier musste sie nach kurzer Zeit klein beigeben und zugegeben, dass sie keinerlei Rechte an dem Lied hatte.

Betroffene Titel

"Zombie Nation" von Jose Travieso (Angeblich SGAE-Mitglied), "Vague" von Michael Koch (the.princess.and.the.pearl), "Dragonfly" von Texas Radio (texasradiofish)'GEMA-Vermutung, da Gruppenname bzw. Pseudonym' (Texas Radio ist ein in Texas registrierter DBA und als solcher voll geschäftsfähig, vergleichbar mit einem im Personalausweis eingetragenen Künstlernamen in Deutschland), "Nur Freunde" von Andreas Herr (Friedrich Chiller), "Extrovertiert" von Walter Müller (The Egotwisters)

Dieser Text wurde ursprünglich auf musik.klarmachen-zum-aendern.de veröffentlicht.

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Kommentare

Unsere Macht zurückerhalten

Wir gaben in den letzten Jahren unsere Macht, also unsere Fähigkeit Dinge zu verändern an verschiedene Institutionen ab. Diese unsere Macht müßen wir wieder zurückerhalten.

Wir gaben der Gema, GEZ, Parteien, Staat, Industrie, Banken, Religiongemeinschaften, ... zuviel Macht. Menschen in hohen Positionen bereicherten sich daran. Allmählich bekommen diese Personen Angst. Nun versuchen Sie diese mit Restriktionen und Überwachung zu erhalten.

Phil Logphie

Rechte

Selbst wenn ich angeschlossen bin kann ich als Künstler auf eine Endgeldleistung verzichten. Laut Sabam (Belgische Rechteschutz Verein bei dem ich angeschlossen bin). Ist die Produktion erst dann kostenpflichtig, wenn Rechte an dritte damit verbunden sind. Ein Hinweis Gemafrei ist nicht Kostenpflichtig. Es ist ein Hinweis und gehört keinem.
Die Rechte behalten die Künstler und allein Sie können dann etwas Verlangen/Anfragen.
Verzichtserklärung schriftlich geben lassen und die Zusicherung der einzelnen Künstler das sie alleiniges Urheberrecht haben über das Wiedergegebene Werk. Und damit ist die Gema Machtlos es sei den ein Text ist von jemand anderem oder die Noten bzw. Coverbild. Um 2000 Haben die Verlage Hobbyfotographen in den Platz von professionellen gesetzt. Und die Hobbyfotographen mit Lachzahlungen abgespeist für Generalrechte.

Ich finde jeder Künstler sollte sein Geld wert sein. Aber die Gierige Lobby braucht keiner.

Labels müssen zahlen auch für "Nicht" GEMA-Bands zahlen...

Damit ein Band mit einem Album als "nicht" GEMAmitglied gelistet wird, muß das Label eine Gebühr von ca.25€ zahlen. Dies erfolgt meistens direkt beim Presswerk. Ansonsten wird die Platte/CD nicht produziert.

Macht und Missbrauch

Diese GEMA Vermutung erscheint mir unlauter. Woher hat ein einzelnes Kartell soviel Macht, die gnadenlos missbraucht wird?

Spass mit GEMA

Die GEMA macht sich auch auf YouTube breit. Zum Beispiel dieser Song:

http://www.youtube.com/watch?v=iaOiZba5KGo

Dieses Video ist von der Künstlerin Allie "Cossbysweater" Goertz selbst hochgeladen und zur Verfügung gestellt. Allie ist amerikanische Singer/Songwriter die kein Geld an ihren Liedern verdient (mit Ausnahme ihrer Bandcamp-Seite, in der sie MP3-Versionen ihrer Songs für "zahlt was ihr wollt" zur Verfügung stellt).

Nach Rücksprache mit Allie erfuhr ich dass sie nichtmal weiss was die GEMA ist, und das sie sich wunderte warum sie weniger Fans aus Deutschland bekommt.

Da ist die GEMA unschuldig...

Diese Sperren werden _nicht_ von der GEMA beantragt. YouTube behauptet dies nur, um mehr Druck in den Verhandlung aufbauen zu können. Ich (@musikpirat) bin nun wirklich kein Freund der GEMA, aber in dem Fall sind nicht nur sie der Böse:

http://blog.gema.de/blog/beitrag/youtube-nicht-gespraechsbereit/

Die Gema muss viel lernen

Ich finde eine Organisation wie die Gema gut und sie sollte es weiterhin geben. Gerade im Streit mit Youtube wird dies deutlich und ich finde, dass sie die Rechte gut vertritt. Wer mit Künstlern Geld verdienen will, soll dafür auch zahlen und nicht nur sich selbst bereichern.

Allerdings muss die Gema auch lernen. Lernen, was die neuen Medien mit sich bringen und das sie nur relevant bleiben, wenn sie für alle ein zu Hause und eine gute Vertretung bieten - und das in erster Linie für die Inhaber des geistigen Eigentums und nicht nur für die Labels.

Ja, aber...

...wenn ich als Künstler für MEIN EIGENES geistiges Eigentum zahlen muss, um es selbst verwenden zu dürfen und dann auch nur einen Bruchteil davon am Ende des Quartals wiederbekomme und die GEMA sich daran bereichert, ist doch auch irgendwas falsch gelaufen oder?

Beispiel:
Eine Band veröffentlicht ihr Material in Form von Streams auf Ihrer Internetseite. Der geistige Eigentümer der/des Tracks muss nun in Vorkasse treten und erhält anschließend einen Teil davon zurück.

Warum macht die Band das?
Ganz klar - Werbung.

Wollen Sie in dem Moment selber an Ihren Werken verdienen?
Nein - zumindest in erster Linie nicht. Was sie wollen, ist die Verkaufszahlen zu steigern, indem sie neue Fans gewinnen, was NICHT garantiert ist.

Wir verdient 100% daran?
Die GEMA.

Und mir platzt erst recht der Kragen, wenn ich von Fällen höre, wo nicht-GEMA-gemeldete Privatmusiker Rechnungen und Mahnungen der GEMA erhalten, nur weil sie Ihre Werke veröffentlichen.

Zur Info:
Es gibt die Möglichkeit - JETZT GENAU AUFPASSEN UND NICHT LACHEND VOM STUHL KIPPEN - ein Nicht-GEMA-gemeldetes-Mitglied-der-GEMA zu werden. In diesem Fall kann man seine privat komponierten Werke bei der GEMA melden, damit sie nicht-GEMApflichtig werden. Das muss man mit jedem neuen Titel machen und kann auch NUR per Fax geschehen.

...wenn das allerdings nicht gemacht wird... Rechnung, Mahnung, etc.

Und warum macht die GEMA das?
Grund: Der Titel KÖNNTE ja der GEMA gehören!

Könnte?! Hallo!? Warum prüft man das nicht im Vorfeld?
Warum versucht man lieber den "kleinen Mann" zu ver*rsch*n, indem man ihm eine Rechnung schickt in der Hoffnung er zahlt? Sowas ist Betrug!

Ja, aber...

...wenn ich als Künstler für MEIN EIGENES geistiges Eigentum zahlen muss, um es selbst verwenden zu dürfen und dann auch nur einen Bruchteil davon am Ende des Quartals wiederbekomme und die GEMA sich daran bereichert, ist doch auch irgendwas falsch gelaufen oder?

Beispiel:
Eine Band veröffentlicht ihr Material in Form von Streams auf Ihrer Internetseite. Der geistige Eigentümer der/des Tracks muss nun in Vorkasse treten und erhält anschließend einen Teil davon zurück.

Warum macht die Band das?
Ganz klar - Werbung.

Wollen Sie in dem Moment selber an Ihren Werken verdienen?
Nein - zumindest in erster Linie nicht. Was sie wollen, ist die Verkaufszahlen zu steigern, indem sie neue Fans gewinnen, was NICHT garantiert ist.

Wir verdient 100% daran?
Die GEMA.

Und mir platzt erst recht der Kragen, wenn ich von Fällen höre, wo nicht-NICHT-GEMA-gemeldete Privatmusiker Rechnungen und Mahnungen der GEMA erhalten, nur weil sie Ihre Werke veröffentlichen.

Zur Info:
Es gibt die Möglichkeit - JETZT GENAU AUFPASSEN UND NICHT LACHEND VOM STUHL KIPPEN - ein Nicht-GEMA-gemeldetes-Mitglied-der-GEMA zu werden. In diesem Fall kann man seine privat komponierten Werke bei der GEMA melden, damit sie nicht-GEMApflichtig werden. Das muss man mit jedem neuen Titel machen und kann auch NUR per Fax geschehen.

...wenn das allerdings nicht gemacht wird... Rechnung, Mahnung, etc.

Und warum macht die GEMA das?
Grund: Der Titel KÖNNTE ja der GEMA gehören!

Könnte?! Hallo!? Warum prüft man das nicht im Vorfeld?
Warum versucht man lieber den "kleinen Mann" zu ver*rsch*n, indem man ihm eine Rechnung schickt in der Hoffnung er zahlt? Sowas ist Betrug!

Warum prüft man nicht

Weil der kleine Mann eben nichts sagt. Außerdem schätze ich. Hier können nur 2 Möglichkeiten vorliegen. Irgend ein Teil ist Tatsächlich von einem Mitglied. In diesem Fall würde ich mir dies vorlegen lassen. Oder es ist Betrugsversuch die Gema hatte diesem Fall kein Plan von irgend welcher Zahlungsweiterleitung an einem Künstler. Aber wie schon angedeutet Passagen aus etwas sind auch geschützt.

p

die GEMA ist zu einer Art 2nd Label aufgestiegen...es sind die Labels die die Rechte besitzen (Rechteabtretung in den Verträgen der Künstler). Von dem ganzen Geld sehen die Künstler ansich nur einen sehr minimalen Teil, das meiste geht doch natürlich für "Verwaltungskosten" der Gema, Label, etc. drauf.

Das stimmt leider. Die GEMA

Das stimmt leider. Die GEMA sperrt nicht, sondern YT.

jo

aber wenn die GEMA eine GEMA-Vermutung hat und es nach rechtsprechung so sein soll, dass die beweislast nicht von der GEMA kommen muss HANDELT YT genau danach.
(genau so wie es im TEXT steht)

also nich sauer auf YT sein, weil sie sich daran halten, sonder GEMA.

YT sperrt, weil sie Angst

YT sperrt, weil sie Angst haben von der GEMA belangt zu werden und keine Lust haben die Kohle zu bezahlen, was ich auch verstehen kann.
Die GEMA ist absolut nicht mehr zeitgemäß.
Zumal man eh jeden Titel der auf Yt gesperrt ist woanders findet.

Ja YT sperrt, weil sie Angst

Ja YT sperrt, weil sie Angst haben von der GEMA belangt zu werden, so ist es und nicht anders.