Occupy Bankfurt: Gegen die Intransparenz der Banken

Piraten Frankfurt unterstützen den Demonstrationsaufruf zuCC-BY-NC 3.0 Thorsten Wirth
Occupy:Frankfurt am Samstag, 15. Oktober 2011

Die Piraten Frankfurt unterstützen den weltweiten Demonstrationsaufruf der amerikanischen Bewegung occupy:wall street auf lokaler Ebene. Für Samstag, 15. Oktober, sind weltweit Demonstrationen gegen die Macht der Banken geplant, unter anderem auch in Rom und in Frankfurt.

Die Piraten Frankfurt, die nicht als Organisatoren der Demo agieren, unterstützen den gewaltfreien Protest gegen die Intransparenz des Finanzsystems und hoffen, dass sich viele Menschen gegen die undemokratischen und gefährlichen Auswüchse wenden werden.

"Bisher war es auf Frankfurts Straßen ruhig wie im Auge eines Sturms," sagt Stefan Schimanowski, Kreisvorsitzender der Piraten in Frankfurt. "Hoffentlich nutzen möglichst viele Menschen diese Gelegenheit zu zeigen, dass oben in den Banktürmen nicht ohne Ende um unsere Zukunft gezockt werden kann."

Occupy: Bankfurt - Warum?

Die Krisenpolitik, nicht nur in Deutschland, verliert den Wettlauf wie der Hase gegen den Igel: Die Politik 1.0 beschert uns jetzt die Bankenkrise 2.0. Das muss aufhören!

Auch Frankfurts Banken spekulieren mit unserer Zukunft auf völlig intransparente Weise: Beste Beispiele sind die Investment Banking Abteilung der Deutschen Bank AG in den Zwillingstürmen, Goldman Sachs im Messeturm, JPMorgan und Morgan Stanley in der Junghofstraße.

Diese 'global player' versichern unter anderem den Kreditausfall von Staaten wie dem leidenden Griechenland, und verdienen sich genau dann eine goldene Nase, wenn die Unsicherheit am größten ist. Dabei nutzen sie die intransperenz der Finanzinstrumente expizit von den CDO (Collateralized Debt Obligation) aus. Dafür bedarf es einer globalen Antwort und Protests.

Beispiel Kreditausfallversicherungen - Intransparent und schädlich.

Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) sind Kredite auf Kredite, die zwischen einem Investor und einer Investment Bank direkt abgeschlossen werden. Das nennt man Over-the-Counter Geschäfte, die sich von Aktiendeals unterscheiden, weil sie nicht über eine Börse gehen und auch keinen Veröffentlichungspflichten und starken Regulierungen unterliegen, wie es sie im Aktienrecht gibt.

Eigentlich sind Kreditausfallversicherungen dafür gedacht gewesen, das Investieren sicherer zu machen und Zinsen zu senken. Allerdings werden Sie zunehmend für Spekulationen verwendet: Wenn die Bank erwartet das sich die Lage eines Schuldners wie Griechenlands verschlechtert, kauft Sie CDS günstig ein und kann mit dem Eintreten des Ereignis dann selbst teurere CDS weiter verkaufen. Deshalb hat sich alles längst verselbstständigt und der Betrag der über CDS verpackt wird ist inzwischen ein vielfaches der tatsächlichen Schulden wert.

Das heisst auch, dass CDS Investoren eigentlich nur auf Stimmungen wetten, weil die meisten gar nicht die eigentlichen  Schulden versichert haben wollen, sondern einfach gleich wetten. Jedesmal, wenn also eine schlechte Nachricht aus  Griechenland kommt, juchzt woanders jemand über einen neuen Porsche Panamera.

Die Auswirkungen sind aber sehr real und gefährlich: Wenn CDS-Geschäfte einen Anreiz bieten einen Schuldner wie  Griechenland schlecht zu reden, kostet es solche Länder mehr sich Geld zu leihen. Zahlen tun dann alle.

Wo und wie?

Los geht's in der Mitte der Zeil am weißen Brockhaus Brunnen um 12 Uhr mittags.
Brockhaus-Brunnen
(Mitte der Zeil, am besten erreichbar von der Hauptwache aus)
60313 Frankfurt am Main

Von dort aus geht es gemeinsam zur Europäischen Zentralbank zu einer gemeinsame Kundgebung.

Mehr Informationen gibt es auf
http://www.occupyfrankfurt.de/doku.php?id=treffpunkt

 

Pressemitteilung 13.10.2011

Autor: T. Wirth

Veröffentlicht durch: Piratenpartei - Kreisverband Frankfurt am Main

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