Warum ich keine Kippa tragen werde

Kippa

Um es vollkommen und unmissverständlich klar zu stellen: Ich verachte Antisemitismus genauso wie jegliche (andere) Form des Hasses und der Diskriminierung, egal ob sie gegen Christen, Muslime, Schwule, Frauen oder sonst wen gerichtet ist. Und gerade deswegen bin ich mir der Verantwortung als Deutscher mehr als bewusst und halte diese hoch.

Der Angriff in Berlin fand am 17. April statt. Er ist fraglos empörend, wie ich auch Angriffe auf Geflüchtendenheime empörend finde. Dass aber ausgerechnet am 14. Mai, dem Jahrestag der Gründung Israels, nahezu einem Monat nach dem Übergriff, ein kollektives Kippa-Tragen ausgerufen wird, ist mir der Symbolik doch deutlich zu viel.

Abgesehen davon, dass die Region angesichts der Jerusalem-Frage, angeheizt durch US-Präsident Trump, ohnehin einem Pulverfass mit sehr kurzer Lunte gleicht, dass man nicht noch unnötig befeuern muss, bin ich aus Überzeugung religionslos. Warum soll ich also ein religiös geprägtes Kleidungsstück tragen? Ich akzeptiere, dass andere Menschen religiös sind, erwarte aber eine gegenseitige Akzeptanz. 

In meinen Augen ist dies ein Missbrauch eines leider nicht seltenen Vorfalls zu anderen Zwecken. Dem werde ich mich verweigern. Meine Überzegung benötigt kein medial ausschlachtbares und gelenktes äußeres Massenphänomen. Nach reiflicher Überlegung ud Suchen nach einer alternativen Lösung bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich nichts dergleichen machen werde. Vor mir wird ein Schild stehen, wie immer, auf dem steht PIRATEN.

Ich habe den Mitgliedern des Ortsbeirats den Vorschlag unterbreitet, statt des Tragens der Kippa einen gemeinsamen Antrag zu stellen, der Übergriffe wie in Berlin auf das schärfste verurteilt. Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt.

Wenn ich also auf der kommenden Ortsbeiratssitzung keine Kippa tragen werde, wisst ihr nun warum.

 

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